Ölpressaktion der Sommerernte 2018

Auch im Januar 2019 haben wir gemeinschaftlich  von einem Biolandwirt aus der Nachbargemeinde und von der Schwäbischen Alb Saaten gekauft und daraus selbst Öl pressen lassen. Und weil wir einerseits Regionalität und andererseits Diversität in unserer Region beleben möchten,  haben wir dieses Jahr Saaten von Sonnenblumen,  Lein und Leindotter in Bio-Qualität gemeinschaftlich gekauft.

Photo by Marjorie Bertrand on Unsplash

Hier ein paar Bilder der Pressung. Gepresst wurde mit einer Temperatur von 38-40° C, was als kaltgepresst gilt.  Dies ist uns besonders wichtig, da erst hierdurch eine geschmackliche Tiefe der einzelnen Ölsaaten erreicht wird und die Qualität vor allem der hitzeempfindlichen Inhaltsstoffe (Vitamine, mehrfach ungesättigte Fettsäuren) nicht verloren gehen.

Die Pressung

Die Presse schafft ca. 8 kg Ölsaat pro Stunde und dieses Jahr sind insgesamt rund 50 Liter Öl gewonnen worden. Besonders stolz sind wir mit einer Pressausbeute von über 50% bei Sonnenblumen, 38% bei Lein und 33% bei Leindotter. Das ist eine super Quote mit einer tollen Qualität geworden.

(c) Bilder: Ulrike Schneider, www.Hannastoechter.de

Sonnenblumenöl

Kaltgepresstes, selbst gemachtes Sonnenblumenöl ist anders und hat noch alle wichtigen, gesunden Inhaltsstoffe. Es bleiben wertvolle Inhaltsstoffe erhalten und das Öl ist deutlich dunkler und gelber als das gekaufte, warm-gepresstes Sonnenblumenöl aus dem Fachhandel, ist hellgelb bis durchsichtig. Insbesondere aber ist es unfiltriert, was die dunkle Farbe ergibt. Vor allem Linolsäure ( wichtige Omega 6 Fettsäuren) ist mit über 50 Prozent sehr viel darin enthalten. Es enthält viel Vitamin E,  die Vitamine B, D, A und K. Ein paar Spurenelemente liefert das Öl ebenfalls.

(c) Bilder: Ulrike Schneider, www.Hannastoechter.de

 

Leindotter

Toll ist vor allem auch unser erstes Leindotteröl gewirden. Das erste Mal haben wir Bio-Leindotter ( von der Schwäbischen Alb) erhalten und hieraus das sehr interessante Leindotteröl kalt pressen lassen. Der Leindotter ist leider bei uns nicht mehr häufig anzutreffen. Leindotter ist eine gute Konkurrenzpflanze, d.h. sie verdrängt auf natürliche Weise das Unkraut.  Der diesjähriger Leindotter von der Schwäbischen Alb wurde für zusammen mit Linsen eingesät und dient gleichzeitig auch als Stützpflanze für die Linsenpflanze. Das Öl hat einen besonders hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren (ca. 90%), wobei davon etwa 30% einfach ungesättigte und 50-60% mehrfach ungesättigte Fettsäuren ausmachen. Im Vergleich zu Ölen mit ähnlichem Verhältnis zu gesättigten und ungesättigten Fettsäuren besticht das Leindotteröl mit seinem hohen Gehalt an natürlichen Antioxidantien aus der Gruppe der Tokopherole (Vitamin E) heraus (mind. 550-1100 mg/ l).

Wir  bedanken uns sehr für die Unterstützung aller Mitglieder und Freunde dieser Aktion, um unsere Aktivitäten mit nachhaltigen Produkten aus der Region zu fördern. Ganz besonders möchten wir uns bei Familie Görner für die Pressaktion bedanken!

Quellen:
http://www.tfz.bayern.de/rohstoffpflanzen/einjaehrigekulturen/035123/index.php
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52008XC0925(03)&qid=1550252119573&from=DE

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